Montag, 24. September 2007

Spelunking auf der Insel

Das vergangene Wochenende habe ich mal wieder auf Vancouver Island verbracht. Bowser, ein kleines, verschlafenes Nest an der Ostküste, war das Ziel. Kost und Logie war frei, da die liebe Verwandtschaft dort ein Haus hat. Optimal. Der Weg ins 151-Seelen-Dorf sah so aus: jede Menge Natur, die mich immer wieder aufs Neue vom Hocker haut.
Der Samstag wurde sinnvoll für eine kleine Tour entlang der Küste genutzt. Ein paar wunderschöne Fleckchen Erde findet man dort. Super ruhig und friedlich, und nach einer anstrengenden Woche genau das Richtige. Für die Bildung haben wir natürlich auch was getan und uns eine Lachsbrutanstalt angesehen.In diesem Bach schwimmen die mitunter über einen Meter langen Lachse fröhlich und frei herum, bis die Schleuse (hier im Hintergrund) aufgeht. Da sich die Damen und Herren in freier Natur leider nicht immer in gewohnter Umgebung fortpflanzen können, hat der Mensch diese Brutanstalten geschaffen, um die Anzahl Lachse ohne äußere Einflüsse und Gefahren zu erhöhen.Das hier ist ein Becken, voll mit Lachsen, die bereits gelaicht haben und nun versuchen, durch einen tollkühnen Sprung das "rettende Ufer" zu erreichen und dem Becken zu entkommen. Nützt ja aber ooch nüscht...an Land kann man als Fisch ja eher schlecht atmen...Teil 2 der Bildungsreise hieß "spelunking" oder auch "caving". Übersetzt heißt das soviel wie "wie ziehen uns mal alte Klamotten an, setzen uns einen Helm auf und kriechen in stockdunklen Höhlen herum, die nur mit den eigenen kleinen Helmlampen ausgeleuchtet werden. Von unserer 3-Stunden-Tour kommen hier mal ein paar Eindrücke.
Nach 20 Minuten bergauf hiken kamen wir an den Eingang zur Höhle.Freiwillige vor!...und man hat nicht wirklich viel gesehen, steigt aber dennoch hinab in die Tiefe...An einem unserer Stops stand ein Buddah aus Calcit. Calcit-Formationen wachsen knapp 3 cm in 100 Jahren. Man kann sich also ausrechnen, wie alt das Gestein in diesen Höhlen ist. Sehr beeindruckend.
Wasser rinnt über das Gestein und lagert seine Metalle und sonstige Materialien in dessen Poren ab, und so entstehen dann die interessantesten Gebilde. Wenn man die anfasst, zerstört man sie, da man durch die kleinste Berührung die Poren verstopft und sich nix mehr ablagern kann.Dank soviel neu erlangtem Wissen ist man gutgelaunt und bereit, noch weitere Höhlen zu erkunden.
...Man schlägt sich bei konstanten 8 Grad Celsius bereitwillig durch enge Schluchten...
...und klettert mutig die Felswände hoch...
Nach 3 Stunden waren wir alle ziemlich knülle aber um eine tolle Erfahrung reicher...hier noch ein Gruppenbild aller Teilnehmer.

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