Samstag, 30. Juli 2011

Harmony Arts Festival

Eigentlich hatten D. und ich uns auf einen netten Plausch im Café verabredet, um endlich mal wieder Klatsch und Tratsch auszutauschen... Statt dessen haben wir aber bei schönstem Sonnenschein lieber das Harmony Arts Festival in West Vancouver besucht. Eine schöne Überraschung, denn wir hatten keine Ahnung, dass dort an diesem Wochenende was lost ist. Neben einem kleinen Künstlermarkt gab es ein paar Imbissbuden und natürlich live Entertainment. Gestern Abend spielte Nearly Neil, der Neil Diamond Imitator, der seine Sache wie immer gut gemacht hat.

Bevor der Künstler aber die Bühne betrat hatten wir noch genug Zeit, um die Ambleside Seawall bis zum Anschlag und wieder zurück zu laufen. Ein herrlicher Spaziergang nach einer langen Woche im Büro!

Nach der musikalischen Einlage knurrte uns dann aber der Magen und wir waren lecker Sushi-Essen bevor wir gegen 10 den Abend ausklingen lassen haben. Freitag-Abende könnten immer so schön sein!

Mittwoch, 20. Juli 2011

Aufholjagd

Der letzte Blogeintrag liegt mittlerweile über 3 Monate zurück. Nennt es Faulheit oder Zeitmangel, beides wäre zutreffend.

Es ist sehr viel passiert in den letzten Wochen, aber nicht alles war blogwürdig und aufregend.
Hier ist der Newsflash der wichtigsten Ereignisse seit Anfang April:

1) Studentendasein
Für gut 2 Monate bin ich wieder unter die Studenten gegangen und habe mich an der hiesigen Simon Fraser Universität eingeschrieben. Mich nach einem langen Arbeitstag für mehrere Stunden an der Uni konzentrieren zu müssen war eine Umstellung! Der Kurs war aber super und ich habe erfolgreich bestanden. Der erste von 8 Kursen in Richtung kanadischem Abschluss wäre damit geschafft. 2) Stanley Cup – Höhen und Tiefen
Die Vancouver Canucks hatten eine sehr erfolgreiche Eishockey-Saison und haben es seit langem endlich mal wieder ins Stanley-Cup Finale geschafft. Jede Finalrunde besteht aus bis zu 7 Spielen. Wer zuerst 4 gewonnen hat darf die Trophäe für ein Jahr sein Eigen nennen. Die Innenstadt transformierte an jedem Spieltag zur Partymeile. Bei diesem Geräuschpegel bekam man weder ein Auge zu noch konnte man sich beim Lernen konzentrieren. Aber wir wollen ja nicht meckern, schließlich war die Stimmung in der City phänomenal. Zumindest bis zum Spiel 7 gegen die Boston Bruins, die mit einem tollen Spiel verdient gewonnen haben.

Zum Spielende tummelten sich abertausende Menschen in der Stadt und ein paar Vollidioten haben Riots begonnen. Fazit: dutzende brennende Autos, unzählige zerschlagene Schaufensterscheiben, ausgeraubte Läden, zahlreiche Verletzte und eine stark beschädigt Reputation der Stadt waren die Folgen. Die Bilder gingen um die Welt und die Bewohner der Stadt schämen sich in Grund und Boden.
Für uns persönlich bedeutete das, die Nacht bei geschlossenen Fenstern zu verbringen, damit der beißende Geruch des Tränengases nicht in die Wohnung kommt.
Was leider nicht in die Welt übertragen wurde ist die Tatsache, dass direkt am Morgen danach tausende Freiwillige die Stadt wieder auf Vordermann gebracht haben. Die zerbrochenen Schaufenster wurden vorübergehend mit Sperrholz ausgebessert. Keine Stunde später waren alle Bretter mit Notizen von Vancouver´s Einwohnern versehen, die sich für die Vorfälle des Vorabends entschuldigten. Ein auf Granville Street geparktes Polizeiauto hatte in kürzester Zeit hunderte Zettel dran, auf denen Bürger der Polizei für ihren Einsatz dankten. Schöne Gesten in Mitten des Chaos. 3) Wetter
Der Sommer lässt in Vancouver nach wie vor auf sich warten. Die Region war dieses Jahr gebeutelt vom wohl kühlsten Frühling seit Wetteraufzeichnung. Die Sonnentage konnte man bisher an zwei Händen abzählen. Wenn sich Klärchen aber mal blicken ließ war der blaue Himmel und die Temperaturen um die 23 Grad Grund genug, all den Regen zu vergessen und einfach nur zu genießen. Herrlich! Viel wärmer muss es für mich auch gar nicht sein. Hochsommer ist nur schön, wenn ich unter einer Palme am Strand lümmeln kann…

3) Kurzbesuch
Anfang Juni hatte ich dann das Vergnügen, einen Abend lang mit Silke abzuhängen. Bekannte Gesichter aus der Heimat sind hier zur Seltenheit geworden und werden daher immer gern willkommen geheißen.4) Ausflüge
Im Juni war ich mehrmals unterwegs. Beruflich ging es mal wieder nach Calgary. Diesmal war das Wetter besser und der Trip war okay. Hier haben wir uns gerade eine Auszeit beim Vietnamesen gegönnt. V.l.n.r.: Margaret (Ontario), Katja (BC), Breton (Alberta), Carol (Alberta), Kathryn (Manitoba), Ray (BC).
Kelowna stand Mitte Juni auf der Liste. Das Junior Culinary Team Canada hatte zum Fundraiser geladen und für diesen tollen Abend mit spektakulären Kreationen der jungen Köche lohnte sich der Kurztrip allemal. (Leider gibt es von diesem Abend keine brauchbaren Bilder, weil wir immer die Hände voll hatten....)

Am Wochenende danach waren wir das erste Mal seit einem Jahr wieder auf Vancouver Island. Opa Fred feierte seinen 88. Geburtstag! Letztes Wochenende haben wir uns gleich noch einmal auf der Insel getummelt und übermorgen fahren wir mal wieder gen Süden. Die Shoppingmalls rufen.

5) Baby on Board
Ende April haben wir die wohl schönste Nachricht dieses Jahres bekommen: Nachwuchs ist unterwegs! Wir sind super happy und freuen uns. Dem Baby geht es gut, es scheint sich wohlzufühlen und wächst. Auch mein Bauch ist nach nur 4 Monaten schon sichtlich gewölbt und Pasta oder sonstiges Essen nimmt mir keiner als Ausrede mehr ab.
Mitte August erfahren wir auch, ob wir pink oder blau kaufen müssen und Ende Dezember – genauer gesagt an Silvester – dürfen wir dann auch das kleine Würmchen in den Armen halten.
Bis dahin gibt es jede Menge zu tun: größere Wohnung finden, noch mindestens einmal zu zweit in den Urlaub fahren und uns seelisch und moralisch auf das Elterndasein vorbereiten…

Naja, und so ziehen die Wochen ins Land… Bis zum nächsten Mal!