Samstag, 23. Mai 2009

Einmal Steveston und zurück

...und das Ganze mit dem Fahrrad! Kein Wölkchen am Himmel, strahlender Sonnenschein, 22 Grad. Der perfekte Tag für eine Runde auf dem Drahtesel.

Ich habe mich der Trainingsgruppe angeschlossen und wir sind zu sechst aufgebrochen. Die Jungs trainieren alle für den "Ride to Conquer Cancer", der im Juni stattfindet und von Vancouver nach Seattle führt. So weit sind wir heute Gott sei Dank nicht gefahren!

Von der Innenstadt geht es also los. Durch Kitsilano und West Point Grey in Richtung UBC. Schon nach den ersten 10 km brennen mir die Schenkel. Das ewige bergauf lässt meine Herzfrequenz steigen und ich bin leicht kurzatmig. Vom Westzipfel Kitsilanos geht es direkt und ohne Pause weiter gen Süden entlang des Marine Drive. Die Strecke ist größtenteils ohne Steigungen und somit ein wenig erträglicher. Zeit, um richtig durchzuatmen und etwas zu trinken. Die Schenkel brennen allerdings immer noch. Hinzu kommt jetzt, dass mir langsam der Hintern weh tut. Auf Mädchen wird allerdings keine Rücksicht genommen und die von mir langersehnte 5-Minuten-Pause wird mir erst beim Vancouver Airport gegönnt. Ächz! Runter vom Rad, schnell einen Bissen essen, viel trinken und vor allem dehnen! Nach nur 5 Minuten geht es auch schon weiter durch Richmond hindurch und auf der No.1 Road bis nach Steveston. Ich hatte mich eigentlich an dieser Stelle auf eine längere Pause eingerichtet- so mit Käffchen und Fish and Chips oder so. Fehlanzeige! Wir sind ja hier nicht auf einem Fahrradausflug! Also wieder nur 5 Minuten. Keine Zeit also, die Aussicht und das Flair von Steveston zu genießen. Stattdessen dehnen, einen Bissen vom Müsliriegel runterwürgen und den anderen auf den Rückweg folgen.

Wer hat eigentlich behauptet, dass die Tour Vergnügen bereiten sollte???

Der Rückweg führt uns nun über die No. 2 Road wieder gen Norden. Durch Richmond hindurch und wieder über die Arthur Laing Brücke. Von Süden kommend ist die Brücke echt brutal. Im kleinsten Gang quäle ich mich schnaufend auf die andere Seite. Die brennenden Schenkel und der schmerzende Hintern bekommen Gesellschaft von Schulterschmerzen und Sonnenbrand. Aber wir sind ja "schon" auf dem Rückweg. Der Gedanke an ein kaltes Eis, ein Bier oder auch nur einen Kaffee motiviert mich.

Das mieseste Stück Tour lag aber noch vor uns. Ich wurde zwar vorher gewarnt, aber alles wurde irgendwie schön geredet und klang halb so wild.

Der Anstieg auf Ontario Street ist so ziemlich das schlimmste Stück der Strecke. Über mehrere Kilometer geht es bergan. Dem kleinsten Gang sei Dank muss ich nicht absteigen. Sich mit 5 km/h den Berg hochzuquälen und dabei die Atmung unter Kontrolle zu bekommen und sämtliche Schmerzen zu ignorieren ist eine echte Herausforderung. Zu diesem Zeitpunkt haben wir auch schon 50 km hinter uns (und ich war ja schon auf der Hinfahrt fertig). Aber Aufgeben gilt nicht und so wird munter weiter gestrampelt, so gut es eben geht.

Nach 2 Stunden und 41 Minuten (reine Fahrtzeit) und 59 km sind wir dann endlich im Ziel, d.h., wieder an der eigenen Haustür. Mit zitternden Beinen steige ich vom Rad- und bin einfach nur froh, dass ich durchgehalten habe.

Eine heiße Dusche und eine Mahlzeit später lassen wir auf der Couch diese Tour noch einmal Revue passieren und haben die Route für euch auf einer Karte eingezeichnet.

Dienstag, 19. Mai 2009

Jahrestag!

Es ist kaum zu glauben, aber heute vor genau 2 Jahren bin ich in den Flieger gen Vancouver gestiegen!
Die Zeit ist schnell vergangen und obwohl es nun schon ganze 2 Jahre her ist, kommt es mir vor wie gestern. Am Leipziger Flughafen wurde vor 2 Jahren morgens halb 4 eine Magnum-Flasche Champagner geköpft (und getrunken). Ein paar Stunden später und einige Tausend Kilometer weiter westlich bin ich dann aus dem Flieger gekrabbelt und habe die ersten Sonnenstrahlen in Kanada genossen.
Seitdem ist unglaublich viel passiert. Neue Stadt, neues Glück, oder wie sagt man?!
Ich habe mir vorgenommen, euch auch in den kommenden Monaten und Jahren mit meinem Blog so gut es geht über mein Leben auf dem Laufenden zu halten. Natürlich freue mich mich im Gegenzug auch über jegliche Infos aus der Heimat und über Besuch! ;-)

Montag, 18. Mai 2009

Volleyball und BBQ

Die Sonne hat sich am heutigen Feiertag leider nicht blicken lassen. Statt dessen hatten wir es tagsüber mit Nieselregen zu tun, der sich am späteren Nachmittag in dicke Regentropfen verwandelte. So schnell ändert sich das hiesige Wetter. Haben wir uns davon beeindrucken lassen und Volleyball und BBQ abgesagt? Natürlich nicht! Schließlich hat sich der gemeine Einwanderer mit den Wetterverhältnissen in Vancouver längst arrangiert.
Das teameigene Netz wurde in Rekordzeit aufgebaut, und schon vor der ersten Runde Steaks und Burger wurde das erste Spiel bestritten.
Mit vollen Bäuchen wurden dann noch mehrere Partien im Sand bestritten. Die anfängliche Trägheit war glücklicherweise schnell verflogen und dank einiger (gelungener!) "safes" und "digs" habe ich morgen bestimmt einen schönen Muskelkater. Die Spiele am Donnerstag sollten wir dank unserer heutigen Trainingsstunden also locker gewinnen! Go team!

Sonntag, 17. Mai 2009

Long weekend

Am Montag ist Victoria Day und die Provinz hat einen freien Tag und damit endlich wieder ein langes Wochenende.

Die freien Tage haben entgegen aller Vorhersagen super Wetter mit sich gebracht. Überall wird gegrillt, Sport getrieben oder einfach nur faul in der Sonne gelegen.
Nachdem der gestrige Tag mehr oder weniger unsportlich verbracht wurde waren wir heute 4 Stunden lang laufen. Nach gefühlten 100 km (reell waren es wohl um die 20 km) entlang der Seawall, durch den Stanley Park, einem Abstecher zum neuen Convention Center, etc. habe ich jetzt Blasen an den Füßen und weiß noch nicht, wie ich morgen beim Beachvolleyball eine gute Figur machen soll…Schön war´s trotzdem!...auch die Kleinsten waren aktiv und (mit ihren großen Rucksäcken) an der frischen Luft unterwegs... ...und während die großen Jungs über Autos und Computer fachsimpeln haben die Mädels die Sonne genossen und Leute beobachtet. ;-)

Dienstag, 12. Mai 2009

Flower Power

Hach- wie schön! Tulpen wohin man schaut. Rund um die English Bay haben Grünflächengestalter ganze Arbeit geleistet und das müde Auge kann sich an wunderschönen Tulpen erfreuen. Noch viel schöner ist das Ganze bei Sonnenschein. Umgeben von diesem Blumenmeer habe ich heute meinen Feierabend in vollen Zügen genossen.

Samstag, 9. Mai 2009

Erste Anzeichen des Sommers

Nach einer Woche Abstinenz ist die Sonne zurückgekehrt. Pünktlich zum Wochenende! Das schöne Wetter wurde natürlich sofort genutzt und Frau H. und Frau H. haben - ganz in deutscher Manier - einen Nachmittag auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen verbracht. Trotz Lichtschutzfaktor 50 (!) trägt Frau H. jetzt ein neues T-Shirt Marke Farmer´s Tan! Es ist derzeit schön zu beobachten, wie ein paar warme Sonnenstrahlen die Vancouverites aus ihren Behausungen locken. Die Straßen sind belebt, am Strand findet man kaum einen Platz zum Sitzen und die Seawall ist voller Spaziergänger und Jogger. Der Sommer hat also endlich Einzug gehalten - wenigstens bis zum nächsten Regen.