Montag, 28. Juli 2008

Schlaflos in Seattle

Nach etwa 30sekündiger Überlegung haben wir uns am Donnerstag Abend dazu entschlossen, Vancouver über´s Wochenende wieder den Rücken zu kehren und mal nach Seattle zu fahren. Mich zu überzeugen war nicht schwer, schließlich befinden sich zwischen Grenze und Seattle auf amerikanischem Boden zahlreiche Outlet-Malls, die reichlich Gelegenheit zum Shoppen bieten.
Los ging es also ganz gemütlich am Freitag. Die Warterei am Grenzübergang hat mir nichts ausgemacht. Allemal besser, als im Büro zu sitzen und auf den Feierabend zu warten. Es war ja wieder einmal Flex Friday und ich somit vogelfrei. ;-) Nachdem wir dann den halben Nachmittag im Seattle Premium Outlet die Kreditkarte glühen lassen haben sind wir dann gegen 7 in Seattle angekommen. Natürlich nicht ohne Verkehrsstau, wie sich das für eine amerikanische Großstadt gehört. Eigentlich hatten wir gehofft, das Berufsverkehr-Chaos zu umgehen. War wohl nüscht.
Unser Hotel lag etwas außerhalb, was nicht hieß, dass es deswegen ruhiger war. Der hauseigene Fahrstuhl hat aller paar Minuten Geräusche von sich gegeben, die uns leider die halbe Nacht wach gehalten haben. Aber wir haben uns trotz Augenringen und Dauergähnen am Samstag auf in die Stadt gemacht. Erster Stopp: Space Needle. Oben waren wir nicht, das hebe ich mir für den elterlichen Besuch im September auf.
Wir haben uns statt dessen in Sachen Musikgeschichte weitergebildet. Im Seattle Center gastiert nämlich derzeit das Experience Music Project: eine gelungene, interaktive Ausstellung zu den wichtigsten der Musikepochen. Interessant und unterhaltsam. Diese Skulptur aus (vorwiegend) Gitarren war nur eine der vielen Attraktionen.
Mit dem Monorail fuhren wir dann wieder zurück nach downtown, um unsere Erkundungstour in Richtung Pike Market fortzusetzen.
Am Pike Place war nicht nur viel los, weil der Farmer´s Market zum Geldausgeben einlud......sondern auch, weil Touris wie du und ich auf der Suche nach der allerersten Starbucks-Filiale fündig geworden sind. Da isse: die Wurzel allen Übels. ;-)
Hätte dieser Laden damals (1971) nicht aufgemacht, gäbe es die Ladenkette heute wahrscheinlich nicht und ich wäre heute nicht gezwungen, mir dort bei lecker Heiß- (oder Kalt-) getränken die Mittagspausen zu vertreiben. ;-) Die haben aber auch an jeder Ecke eine Filiale. Man kommt einfach nicht drum herum.
Themawechsel: Dass die Amis mitunter sehr ungewöhnliche Autos fahren ist mir aufgefallen. Aber dass auch die Polizei hier in Seattle ihre Dienstwagenflotte nur aller 30 Jahre aufzubessern scheint, war mir neu. Auf jeden Fall ein echter Augenschmaus.
Naja, und wenn man den ganzen Tag herumläuft und erkundet vergeht die Zeit auch an einem Samstag wie im Flug.
Abends waren wir dann mit Shawn´s Freunden (Angelique + James) unterwegs, die uns tolle Ecken im angesagten Stadtviertel Capital Hill gezeigt haben und mit denen wir bei gutem Essen und Wein bis in die Nacht geschwatzt haben.
Der Sonntag war dann voll und ganz den folgenden Dingen gewidmet: ausschlafen (was Dank des Fahrstuhl-Geräusches erneut eine Herausforderung darstellte); Rückfahrt gen Grenze mit Zwischenstopp in der Outlet Mall. Nach erfolgreichem Einkauf trafen wir uns noch mit Papa Shawn und seiner Frau Kim, die auf ihrem Weg in den Urlaub auch noch ein Paar Dollar in der Mall gelassen haben.
Alles in allem ein schönes Wochenende mit allerlei neuen Eindrücken und vollen Shopping-Tüten.

Dienstag, 22. Juli 2008

Aus gegebenem Anlass

Gewisse Tage im Jahr sind zum Feiern da. Oder zum Essen gehen. Und um mal etwas Anderes zu machen, gab es diesmal ein Dinner der etwas anderen Art als kleine Überraschung. Ganz wichtig dabei: aus allem ein großes Geheimnis machen, damit das Gegenüber auch dolle neugierig wird... Hat bis zum Schluss geklappt. Und das hier ist dabei heraus gekommen: eine Dinner Cruise entlang Vancouver´s Küste. Los ging´s am Sonntag in Coal Harbour bei super Sommer-Sonne.Im Dining Room des Dampfers wurde man mit der wunderschönen Musik einer Zwei-Mann-Kapelle begrüßt. Erstmal haben wir Getränke bestellt- gegen den Durst und für die gute Laune- bevor wir an Deck vor dem Essen ein wenig die tolle Aussicht genossen haben. Es passiert ja schließlich nicht alle Tage, dass ich Vancouver vom Wasser aus betrachten kann.
Hier ein paar Eindrücke von Hin- und Rückfahrt: Canada PlaceSeawall, Stanley Park. (zwischen Lions Gate Brigde und Third Beach)English Bay und Westend im Hintergrund. Der bzw. die Tanker im Vordergrund liegen wegen der Feuerwerke vor der Bucht, die von dort aus hochgehen. Morgen geht es los. False Creek, Burrard Bridge (Vordergrund), Granville Island (rechts, mit ein bissel Phantasie), Granville Bridge im Hintergrund.
Meine Lieblingstankstelle (Wenn ich mal groß bin und ein Boot habe, fahre ich dort auch zum Tanken.)Nun war das Ganze ja aber keine Stadtrundfahrt per Boot sondern eine Dinner Cruise. Daher haben wir dann auch irgendwann das Buffett gestürmt. (Anmerkung der Redaktion: Der Teller von Frau H. musste aus Platzgründen aus dem Bild entfernt werden. Man will ja auch niemanden bloß stellen.)
...Frau H. beim Verdauungsgläschen danach... Zum krönenden Abschluss - als Dessert sozusagen - gab es noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Schnell noch ein Bild vom Dampfer gemacht und dann waren die gut 2,5 Stunden zu See auch schon wieder vorbei.
Alles in allem war das ein schöner Abend und als Geburtstagsüberraschung ist eine Dinner Cruise wirklich sehr geeignet. Und das Beste an der ganzen Sache: die schenkende Person hat auch was davon. Herrlich!

Sonntag, 20. Juli 2008

Aktiv

Abendliche Aktivitäten lassen die Woche schneller vergehen.
Am Donnerstag stand mal wieder ein bissel Kultur auf dem Plan. Curtis Hoines, mittlerweile guter Freund und Künstler, war mit einigen seiner Werke Teil einer Ausstellung in der Canvas Lounge. 8 Werke durfte er präsentieren und diese weckten auch bei vielen der geladenen Gäste das Interesse. Drücken wir mal die Daumen, dass er ein paar Bilder verkauft.
Nach wenigen Stunden Schlaf hab ich mich dann durch den Freitag gequält und bin seit gestern im Wochenendmodus.

Zudem gibt es auch wieder Familienzuwachs. Für Shawn gab es gestern ein neues Rad und so haben wir uns gestern Abend zur ersten gemeinsamen Tour aufgemacht. Nach knapp 30 km rund um Stanley Park, Coal Harbour, Chinatown, Science World etc. haben wir es noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang an der English Bay geschafft.

Dieses Bild hat uns daran erinnert, dass die Celebration of Lights direkt vor der Tür steht. Am Mittwoch geht es los. Teilnehmende Länder 2008: Kanada, USA und China. Mal sehen, wer in diesem Jahr das spektakulärste Feuerwerk bietet. Am 2. August wissen wir mehr. Die Barken, von denen die Feuerwerke gestartet wird, sind jedenfalls schon in Position.

Sonntag, 13. Juli 2008

Schnee im Juli

Ich liebe Flex Days. Hatte ich schon mal erwähnt, oder?
Es ist einfach toll, wenn das Wochenende schon am Freitag anfängt und man sich vor allen anderen Wochenendausflüglern aus der Stadt verkrümeln kann.
Zum Hotel-Special in Whistler konnten wir einfach nicht nein sagen.
Die Erholung stand uns irgendwie schon am ersten Abend ins Gesicht geschrieben. Oder lag das Grinsen an der frischen Bergluft? Keine Ahnung. War ja auch nicht wichtig.Whistler hatte auch an diesem Wochenende viele Besucher, die zum Mountainbiken, Hiken oder Abhängen hier waren. Wir gehörten der letzten Gruppe an und haben die Zeit auch in vollen Zügen genossen. Faulsein macht Spaß! Den ganzen Freitag haben wir daher einfach damit verbracht, durch´s Dorf zu schlendern. Am Samstag haben wir uns dann in die Gondel gesetzt, die bis fast auf die Spitze des Whistler Mountain fährt. Herrliche Aussicht!Ein kurzer Blick nach unten und mit einer Portion Glück sieht man Meister Petz, der sich gemütlich den Berg hochbewegt.Oben angekommen gab es dann die lang ersehnte Abkühlung. Nachdem wir unten im Tal bei gut 30 Grad ziemlich geschwitzt haben, konnten wir unsere Körpertemperatur im Schnee wieder nach unten korrigieren.
Eine kleine Schneeballschlacht war auch noch drin, bevor die Füße leicht lila gefroren waren. FlipFlops sind eben doch nicht immer die angemessenste Freizeitbekleidung.
Während die Füße langsam wieder auftauten, haben wir die tolle Aussicht genossen. Das hier ist der Blick vom Whistler Mountain rüber zum Blackcomb Mountain. Hier entsteht gerade die weltweit längste Seilbahn, die im Dezember in Betrieb genommen werden soll und die beiden Skigebiete verbindet. Gesamtstrecke: 4,4km. Längstes freischwebendes Stück mittendrin: 3km. Höchster Punkt über dem Boden: 436m. 4100 Passagiere pro Stunde. Der Wahnsinn.
Während andere also gearbeitet haben, haben wir noch ein bissel die Aussicht genossen, uns die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und relaxt.
Hier nochmal ein kleiner Rundum-Eindruck für euch:

Gut 2 Stunden Höhenluft und einen dezenten Sonnenbrand später ging es dann wieder in Richtung Tal. Auf meiner To-Do-Liste steht seit gestern ganz groß: Im Winter nach Whistler fahren und mindestens eine Talabfahrt machen! Einfach nur schön.

Den Samstag Abend haben wir dann ganz spontan mit Trevor und Jennifer beim Grillen verbracht.
Nach dem Essen haben wir uns dann noch zu einem abendlichen Spaziergang an West Vancouver´s Seawall aufgemacht. Die Sonne war zwar schon untergegangen, aber schön war´s trotzdem.So langsam kann Jen ihren Babybauch nicht mehr verstecken.
Aus diesem Grund haben wir auch ein Sympathiefoto von uns allen gemacht. Bei wem der dicke Bauch nur vom Essen kommt ist hier ziemlich eindeutig zu erkennen. ;-)
Bisher war dieses Wochenende doch sehr nach meinem Geschmack. Mal sehen, was der Sonntag noch so für uns bereit hält.